Die Erfahrung von Droguería INTI S.A. zeigt, dass der Aufbau einer erfolgreichen Partnerschaft zwischen dem Staat, Bildungseinrichtungen und dem Produktionssektor möglich ist, um Fachkräfte bedarfsgerecht auszubilden und Beschäftigungschancen zu schaffen.
Vertreter des Bildungsministeriums, des Ministeriums für Arbeit, Beschäftigung und soziale Sicherheit sowie Repräsentanten der Deutsch-Bolivianischen Industrie- und Handelskammer (AHK Bolivien), der Deutschen Botschaft und von Droguería INTI S.A. besuchten das Unternehmen, um eines der etabliertesten Modelle der Dualen Berufsausbildung des Landes aus nächster Nähe kennenzulernen. Während des Rundgangs überzeugten sie sich davon, wie die Auszubildenden theoretischen Unterricht mit praktischem Lernen in einem realen Arbeitsumfeld verbinden.
In diesem Zusammenhang hob Bildungsminister Erick Sanjinés die Wirkung des Modells hervor und kündigte Fortschritte bei dessen rechtlicher Regulierung im Land an: „Zu wissen, dass ein Unternehmen vom Prestigewert der Firma INTI an einem dualen Bildungsmodell arbeitet, überrascht mich sehr. (…) Wir arbeiten derzeit an einem Dekretentwurf, der uns hilft, dies zu regulieren und somit Unternehmen mehr Möglichkeiten zu eröffnen, nach diesem Modell der dualen Ausbildung zu arbeiten.“
Hugo de Grandchant, Geschäftsführer von Droguería INTI – einem Unternehmen mit mehr als 30 Jahren Erfahrung als ausbildende Referenz – betonte seinerseits: „Wenn man diese duale Ausbildung hat, bei der man im Unterricht sitzt und anschließend die Möglichkeit bekommt, in ein Unternehmen zu gehen und diese Konzepte in die Praxis umzusetzen, verändert das alles. (...) Es gibt nichts Wertvolleres als 'Learning by Doing' – und genau das ist auch unser Konzept im Unternehmen.“
In der gleichen Linie drückte Ademar Castaños, Vizeminister für Arbeit, Beschäftigung, öffentlichen Dienst und soziale Sicherheit, die Unterstützung der Regierung für das duale Modell aus: „Diese Initiative ist sehr zu begrüßen. (…) Sie muss der Auftakt dazu sein, dass auch andere Unternehmen dieses Instrument nutzen. (...) Seitens des Arbeitsministeriums unterstützen wir diese Art der dualen Ausbildung voll und ganz.“
Das Modell wird seit über drei Jahrzehnten aktiv von der AHK Bolivien gefördert, unterstützt durch die Tradition und Qualität des Siegels „Made in Germany“. Diese Erfahrung gab zudem den Anstoß für die Anpassung des Systems im Projekt Bolivia Construye Más Verde, das von der Europäischen Union kofinanziert und gemeinsam mit Hábitat para la Humanidad Bolivia umgesetzt wird.
Kevin Oswald, Gesandter der Deutschen Botschaft in Bolivien, unterstrich dabei den historischen Wert und die Vorteile dieser Methodik: „Das System der dualen Ausbildung ist ein Grundpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs meines Landes. (…) Die Auszubildenden haben das Beste aus zwei Welten: eine exzellente theoretische Ausbildung und die Chance, das Gelernte jeden Tag direkt in ihrem Betrieb anzuwenden.“
Die Veranstaltung bekräftigte das Engagement der beteiligten Institutionen, weiterhin Initiativen zur Stärkung der Verknüpfung von Bildung und Wirtschaft zu fördern, um mehr Chancen für junge Menschen zu schaffen und zur Produktivitätsentwicklung sowie Wettbewerbsfähigkeit Boliviens beizutragen.